Elsewhere&Here – a poetic life

Poetry … in food … traveling … storytelling

Markt mit Meer – Market-Day in Bordeaux

open the post & click here for english version

Bordeaux, Place Victoires/ Marché des Capucins

Ich versuche die Augen zu öffnen, als wäre dies ein Tag wie jeder andere. Ich ziehe die Bettdecke zu mir und spüre den Unterschied, beim Blinzeln merke ich ihn, und ich lächle – zumindest versuche ich das mit dem Lächeln. Im Moment nehmen mir jedoch selbst meine Haarspitzen übel, um welche Uhrzeit ich mein Bett gefunden habe. Wie ich das geschafft habe, ist …. eine andere Geschichte.

Ich bin in Bordeaux. An meinem ersten Urlaubstag schäle ich mich aus dem Bett und folge dem Ruf des Marche de Capucines. Bis zum Place Victoires bringt mich die Tram, die Wegbeschreibung meiner Gastgeberin führt mich weiter – in eine der Straßen, die vom Platz wegführt. Ich zweifle, krame raschelnd in meiner Tasche und prüfe meine Notizen. Der Sandstein der Häuserfassaden hier erinnert sich schon lange nicht mehr an seine ursprüngliche Farbe, vielleicht stört in der Geruch der Hinterlassenschaften der vierbeinigen Passanten dabei. Die Augen der Gebäude jedenfalls verschließen sich, Fenster bleiben blind, Läden und Schaufenster leer. Die Sonne wagt sich nicht hierher. Ich wage mich weiter. Mein Blick fällt zurück, zögernden Schrittes, dann wieder nach vorne. Ich erahne ein Gebäude, eine Halle vor mir; davor reihen sich Metallauslagen mit Haufen von Kleidungsstücken in allen erdenklichen Farben und Unfarben. Die Frage in meinem Kopf wird immer lauter, bis ich gähnen muss, und das ist meine Antwort. Ich weiß, was ich brauche – und ich habe eine Vermutung, wo ich es am Schnellsten finde.

IMG_6164 (1)Ich lasse die bunten Kleiderständer hinter mir und ergattere gleich an der Theke der Bar am Eingang einen Platz zwischen Plappern und Lachen, zwischen Schmatzen und Prosten. Auf der anderen Seite des Tresens rattern Orangen durch die Presse, Milchschaum dampft und blubbert aus dem Maschinenmonster. Porzellan knallt rechts und links neben mir auf das Holz, und Finger schnappen nach dem, was sich darauf befindet. Meine eigenen kann ich gerade noch zu meiner Kaffeetasse lenken, ehe sie sich eigenmächtig zu einer Erkundungstour entschließen. Mein Blick springt von Tresen zu Tisch, von Platte zu Teller und mein Magen beginnt zu quengeln. Doch er muss sich gedulden, meine Neugier ist ebenso hungrig – mindestens.

IMG_6173 (1)

Nach dem rettenden Kaffee durchstreife ich die Markthalle. Meine Hand will nach einer leuchtenden Orange greifen, will die Kanten und Kühle des Eises fühlen bei den Auslagen mit den frischen Fischen. An den verschiedenen Ständen verwandeln sich vor meinen Augen die Zutaten aus den Körben und Theken in Quiche und Salate, in Platten, in Tapas mit Käse, Backwerk aller Art. Mein Magen grummelt und motzt, weil jeder Platz belegt ist an diesen Tresen hier. Zwischen den WeißweingläsIMG_6180 (1)ern und –karaffen, zwischen Holzbrettern mit Broten zwänge ich mich an den Käsestand. Frisches Brot mit Mozzarella, Antipasti, Frischkäse ist meine Stärkung zwischendurch.

Am Ende führen mich meine Schritte noch einmal zurück zu der Bar, zurück an den Anfang. Ich entdecke einen freien Platz, gerade so als wäre dieser genau für mich gedacht. Ich warte noch einen Moment, blicke mich um. Kein anderer macht mir den Tisch streitig – zumindest in diesen wenigen Minuten meines Zögerns. Ich zupfe an einer Strähne meines Haars, blicke nach rechts, nach links, beobachte die anderen Gäste beim Essen. Ich habe noch einen Vorsatz zu erfüllen, und wenn ich das wirklich will, dann hier. Also …

IMG_6299 (1)Ein Schluck Weißwein macht die Sache einfacher, und dann dauert es nicht lange. Vor mir steht ein Korb duftenden Brotes und die Platte. Die Garnelen, der Krebs – diese koste ich nicht zum ersten Mal. Das andere schon: Austern, Schnecken. Meine Finger fühlen die groben Kanten, die Dicke der Muschelschale. Viel fester wirkt sie als in meiner Vorstellung. Ein paar Tropfen Zitrone; und mit der kleinen Gabel löse ich das Fleisch, rieche daran, beobachte was geschieht, wenn ich die Schale ein wenig kippe. Glibber. Aus der Nähe betrachtet bleibt das Unbekannte ein Rätsel. Noch einmal sehe ich mich um. Meine Braue wandert nach oben, meine Lungen füllen sich mit Luft. Manchmal muss man wohl einen Schritt mehr wagen. Die Luft halte ich an, schließe die Augen. Meine Lippen spüren die Schale, schmecken Salz, Salzwasserduft in meiIMG_6315 (1)ner Nase. Ich hebe die Auster an, blinzle, ertaste mit meiner Zunge, was da geschieht. Dann blinzle ich ein wenig mehr. Der Hauch von Zitrone mischt sich mit Salz, mischt sich damit wie Meer in meiner Vorstellung schmeckt, wenn es sich ein wenig verfestigen würde. Frisch fühlt es sich an und ungewohnt. Noch einmal drehe ich die geleerte Schale in meiner Hand hin und her.

Mit einem Plopp landet der Rest der Auster in dem kleinen Eimerchen. Ich muss lächeln, und bedaure ein wenig, mich für nur 3 Austern auf meiner Platte entschieden zu haben. Schon fischt meine Hand nach der nächsten, und auf halbem Weg halte ich inne. Der erste Teil meines Vorsatzes ist geschafft. Koste ich die Schnecken vor der nächsten Auster? Wie diese wohl schmecken?

Location            Marché de Capucins
Wo                      Place des Capucins, 33800 Bordeaux (Tram B; Victoires.)
Öffnungszeiten Mo – Fr 6.00 – 13.00; Sa & So 5.30 – 14.30

Preis                  € frisch, lecker, ideal um regionale Spezialitäten zu testen!!!

Bonus Markt auf dem Einheimisch einkaufen, lebendig, bunt, große Auswahl an frischen Lebensmitteln
Contact
fon +33 5 56 92 26 29
Internet Homepage Marché des Capucins 

zurück ….
Inhaltsverzeichnis – Directory

… zurück zu(r)
=> … Blogroll – click zu aktuellen Beiträgen!
=> … HOMEPAGE

Dir gefällt mein Post & meine Art zu schreiben? => Like it & Folge mir!
DANKESCHÖN!


Here you are 🙂

Bordeaux, Victoires/Capucins/ Marché des Capucins

I am trying to open my eyes, as this would be a day like any other. I pull the blanket back and feel the difference, with the next blink I see it, and I smile – at least I try smiling. However at this very moment even my hair tips punish me for what time I found my bed. How I did do that …. that´s a different story.
I’m in Bordeaux. On my very first day I peel myself out of bed and follow the call of the Marché des Capucins. To Place Victoires lifts me the tram, the directions of my hostess leads me further – in one of the streets leading away from the square. I doubt rustling in my pocket and check my notes. The sandstone facades of the houses here don´t remember since for a long time their original colors, interfered maybe by the smell of the legacies of the four-legged passers here. The eyes of the building at any rate are closed, the windows remain blind, shut, empty. The sun doesn´t venture here. I dare further. I glance back, hesitating with the next step, then forward again. I’m anticipating a building, a hall in front of me; before that expenses metal lined with piles of clothes in all colors and non-colors. The question in my mind is getting louder and louder, until I have to realize the yawning, and that is my answer. I know what I need – and I have a guess where I can find it on the fastest.

I leave the colorful clothes behind and fetch a place at the counter of the bar at the entrance between chatter and laughter, between smacking and toasting. On the other side of the counter rattle oranges through the press,  milk foam evaporates and bubbles out of the machine monsters. IMG_6158 China slams right and left next to me onto the wood, and fingers snap at what is presented on it. My own hand I´m even able to just draw my coffee cup before it arbitrarily decides to make a reconnaissance tour. My eyes jump from bar to table, from plate to plate and my stomach starts to whine. But he must be patient, my curiosity is as hungry – at least.

IMG_6167
After being saved by coffee I roam the market hall. My hand reaches for a bright orange, wants to touch the edges and coolness of the ice at the expenses with the fresh fish. The ingredients from the baskets and counters are conjured into quiche and salads, in slabs, in tapas at the various stalls in front of my eyes with cheese, baked goods of all kinds. My stomach rumbles and beefeds up because of every seat being occupied at all the desks here. Between the white wine glasses and caraffs between wooden boards with breads I squeeze myself to the cheese stand. Fresh bread with mozzarella, antipasti, fresh cheese is my strengthening between.
At the end of me tour my steps bring me back again to the bar, back to the beginning. I discover an empty seat, just as if it was waiting specifically for me. I’m still waiting for a moment, looking ´round. No other gives me the table in dispute – at least in those few minutes of my hesitation. I tug on a strand of my hair, look to the right, left, watch the other guests at dinner. I have yet to meet a header, and if I really want, then here. So …

IMG_6293A sip white wine makes things easier. It doesn´t take long and before me appears a basket with fragrant bread and one of the plates. The shrimp,the crab – this I taste not the first time. The other already: oysters, snails. My fingers feel the rough edges, the thickness of the conch shell. Much stronger than it seemed in my imagination. A few drops of lemon; and with the small fork I solve the flesh, smell it, watch what happens when I get a little tilt the bowl. Goo. Glibber. Slime. Up close, the unknown remains a mystery. Once again I take a look around me. My eyebrow moves upwards, my lungs fill with air. Sometimes you have probably venture a step further. The air I hold, close my eyes. My lips feel the bowl, salt to taste, salt water smell in my nose. I raise my oyster, blink, taste with my tongue, what is happening. Then I blink a little IMG_6309 (1)more, a little faster. Unexpected. The touch of lemon mixed with salt, like sea mixes with it in my imagination tastes when it would solidify a little. It feels fresh and unfamiliar themselves. Once again I turn the emptied cup in my hand back and forth.
With a plop the rest of the oyster lands in the small bucket. I have to smile, and a little to regret to have decided to only 3 oysters on my plate. Already my hand is fishing after the next, and halfway I stop. The first part of my intent is done. Should I try the snail before the next oyster? How does this taste like?

Location           Marché de Capucins
where                Place des Capucins, 33800 Bordeaux (Tram B; Victoires.)
opening hours  Mon – Fr 6.00 – 13.00; Sa & Sun 5.30 – 14.30

price                  € fresh, delicious, perfectly to try regional specials zu!!!

Bonus Market, where the habitants of Bordeaux buy & eat also, vibrant, colorful, big choice
Contact
fon +33 5 56 92 26 29
Internet Homepage Marché des Capucins 

back to…
=> … the latest discoveries!
=> … HOMEPAGE

You like my article? => Like it!
You like, what you read, how I write? Follow me and catch more!
THANK YOU!

Dein Feedback - Thank you!

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Schreibwahnsinn

Ein Schreib-Blog von Autoren für Autoren

lesestunden

Ein Literatur Bücher Blog über Klassiker, Fantasy, Romane, Erzählungen, Historische Romane, ab und an eine Schmonzette und Sachbücher.

kunterbuntweissblau I Food- und Travelblog aus München

Kunterbuntweissblau ist ein Food- und Travelblog aus München über alles rund ums Genießen - Food, Wein und Reisen

MIYAZAKINO

a site for seekers of knowledge

Tea-Pause

Beautiful vintage items and historic food blog in Deutsch & English

Hinnerk & Henrikje

Hamburg aus Sicht des ersten Strichmatrosen

Emma's Lieblingsstücke

cake / food / DIY and more

Lichtbild

Photography {and something else}

Gäste ganz easy!

(Be-) Kochen ohne Stress

van vegan - querbeet vegan kochen foodblog

querbeet vegan kochen foodblog

prostmahlzeit

Mampfen in München

jochen will kochen

... und backen

%d bloggers like this: