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München Puzzle: Glockenbach – Lost&Found

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Print-Version @2. Edition – Concrete – Print-Blog Munich

 

Lassen Sie sich nicht stören … So steht es da. Auf dem Zettel. Der Zettel, der da an der Ecke hofft und bangt, vom Richtigen gefunden zu werden. Dem Zettel, der hofft, Verlorenes möge zurückgegeben werden. Von Felix. Dem Unfindbaren.
Im Glockenbach.
Also … im Glockenbachviertel, um hier mal präzise zu sein. Und irgendwie hört es dann auch schon wieder auf – mit der Präzision.

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Stadtviertel History Future Facts

German Version

München – Deine Viertel: aus Concrete – dem neuen Print-Blog
mit Ansichten, Leben, Gestalten, Design in/mit/durch die Vielfalt Münchens

 

Glockenbachviertel  

Da springen die FrühlingsSommerBlumen auf im Kopfkino und Sommernächte mit diesem hopfigen München-Accessoire in der Hand, das den Durst löscht und den Brand befeuert – auf jenem kreisrunden Kreisel mit seinem Straßen-Stern im Schatten vor diesem Theater des Spätklassizismus.
Nicht.
Denn dann ist– präzise gesagt – das Glockenbach schon vorbei. Man ist eben nicht da, wo man geglaubt hat zu sein. Also kein Wunder, dass auch Felix da mal verloren geht.
Also von vorn.

Was (war und ist es), Wie (geht man aus), Wo (geht es hin), Warum? 

Am Südfriedhof, München

Am Südfriedhof, München

Es war einmal … Die Isar tobt und jagt und schießt ihre Wassermassen als Seitenarme ins Land. Mit Hochwassern spült sie weg, was erste Ansiedlungen sind, wehrt sich dagegen, ihr Rauschen in Ketten legen zu lassen. Zunächst.
Baumstamm an Baumstamm schnüren Taue ein Floß. Den Schlapphut im Gesicht packt der Flößer seinen Haken und stemmt sich gegen ihr Reißen und Beißen und gegen ihre Wellen. Er bahnt sich seinen Weg den Seitenarm hinauf, den Westermühlbach, in Richtung jenes Münchens, das es bis 1854 war; dorthin wo die damalige Stadt im Westen endete – vor dem Sendlinger Tor.
Ab 1476 schippern die Flößer bis 1671 vorbei an dem Gießhaus, das seine Glocken am Rande jenes Baches gießt. Ab dieser Gießerei erhält der Westermühlbach seinen neuen Namen. … Genau!

Am einstigen Pest- jetzt Südfriedhof – vorbei – landen sie ihre Waren an der »Lände« (dem heutigen Platz „Am Glockenbach“) – vor allem Holz, das verarbeitet und verbaut wird – im »Pechwinkel« beginnend zwischen Baumstrasse und Palmstrasse bei den ersten Siedler in der Isarvorstadt – den Pechsiedern.
Für Müller und Gärtner, für Wäscher, Bleicher, Zimmerleute, Floßbauer, Pferdehändler, Tagelöhner strömt Leben über die Seitenarme, die vielen Stadtbäche der Isar. Was geschaffen wird, entreißt das Hochwasser immer wieder der Siedlung vor den Toren Münchens – zwischen Glockenbach und Isar, zwischen Müllerstrasse/Fraunhoferstraße und eigentlich sogar bis zur Thalkirchnerstraße des Dreimühlenviertels.
1806 wird Bayerns Königreich. München vergrößert sein Stadtgebiet und inhaliert, was vor seinen Toren liegt.
Für das Glockenbach zögert die Isar die Veränderung hinaus. Sie legt um ihr Dornröschen (anstelle der Dornenhecke) immer wieder Hochwasser und verhindert dichtere Besiedlung.
Vielleicht träumt dieses Dornröschen – trotz angesiedelter Industrie – auch schon immer bunter. Das Kleine-Leute-Viertel bot seinen Kindern Platz und Schutz – den Ausgelachten, den Verschmähten, den Gefallenen: Juden, Künstlern, einfachen Arbeitern, Prostituierten, Frei-Denkern.
Kulturen und Einflüsse fließen zusammen – gegen 1850 geordnet durch die Stadtplanung. 1874 lebt die Gesellschaft ihre Nacht und ihre Dramen im Theater Colosseum an der Ickstattstrasse, bis 1961 ein Zweckbau die Stätte samt ihrer Legenden verschlingt. Um 1900 zieht der Neobarock die Wohlhabenden in die Hans-Sachs-Strasse und beim Flanieren durch den Straßenzug, verschenkt er noch die Erinnerung daran.
Die Liberalisierung der 1920er schwemmt noch mehr Offenheit auf den fruchtbaren Boden. Gesellschaftliche und sexuelle Tabus setzt sie unter Wasser. In diesen Fluten schlingert Unrat mit. Angst und Terror erschleichen sich die Herrschaft (ca um 1930). Der Nationalsozialismus zerstört die Entfaltung im Viertel, vernichtet die Andersdenker, die Menschen, die wagen politisch, sozial, gesellschaftlich andere Stimmen zu haben – Juden, Gewerkschaftler, Homosexuelle. Die NS transportiert ihre Gegner ins Konzentrationslager nach Dachau – in Schutzhaft. Menschen sterben; die Sehnsucht und die Ideen und die Andersgedanken nicht.
Nach dem Feuer und den Bomben des 2. Weltkriegs weichen Firmengebäude neuen Wohngebäuden, günstigem Wohnraum. Schutzraum.
Künstler, Freischaffende, Bars und Kneipen finden ab den 1980ern ins Glockenbach – und wie zuvor: Auch Jene, deren Leben und Interessen der Gesellschaft fremd oder stigmatisiert ist. Die Funken unterschiedlicher Lebensweisen formen und brennen Ecken und Kanten – den Charakter des Glockenbach: In der alten Weinstube an der Fraunhoferstraße singt Gerti in der Schoppenstube mit ihren Gästen spät abends/früh morgens der Nacht das Willkommen und den Abschiedsgruß, ein paar Meter weiter im abbruchreifen Bau tanzt sich Münchens Zukunft die Einsamkeit aus der Seele und/oder neue Ideen und Freundschaften in den Kopf. Der Dämmer der RubyBar urteilt nicht, ob die Jeans abgeranzt war, Chucks statt Highheels die Füße trugen, das MakeUp vergessen wurde. Bis …
Natürlich kommt es vor – man verläuft sich im Gockenbach. Man wägt seine Möglichkeiten ab, hängt Zettel aus und schreibt Worte. Jemand sucht Felix und einen vergessenen Ring; sucht den Weg, der nicht mehr zu finden ist, und landet auf Umwegen in den Social Media Kanälen und beschäftigt die Gedanken.

Future 

So ist es im Glockenbach: man beginnt. Nicht immer weiß man, wo es hinführt, oder wohin man möchte. Man stolpert und bricht sich dabei das Herz. Das passiert. Man hatte einen Platz gefunden, an dem man die Regeln selber schreiben durfte – glaubte man. Hoffte man.
Bis jemand sagt, es ist nicht genug.
Bis die Abrissbirne kommt. Die Eigenheiten platt und glatt zu schleifen (Fraunhofer Schoppenstube und RubyBar), gleich zu machen, wo ein Ungleichnis wohl tut – wohl getan hätte. Unangepasstes wird ersetzt durch Fassaden aus einem Guss. Ein Guss Austauschbarkeit in Form von Luxuswohnungen, die schnell viel Geld in die Taschen einiger Investoren spülen. Der einfache Weg.
Noch ist ein wenig Platz im Glockenbach, für die Träumer und Andersdenker und Künstler – sich in den Cafés zu verlieren, sich im Schatten von Bäumen, von Neobarock, von Unangepasstem zu verlaufen und neue Wege zu finden, auf die Inseln der gezähmten Isar zu springen und die Seele im Fluss von den Wellen zu schaukeln und abwaschen zu lassen von all den Zwängen, die der Alltag setzt.
Wo wagt und wagte man, zu sagen, es gibt kein »Besser«, sondern nur ein »Anders«? Zukunft wird gebaut aus funkelnden Ideen, aus Mut und Willen und einem liebevollen Blick auf die Narben, in denen letztlich so viel mehr an Schönheit liegt.
Noch bietet das Glockenbach die Möglichkeit. Eine, die sich nach Jahrhunderten des Schaffens nicht recht einzwängen will ins Korsett der Investoren, der Kalkulierenden, der Sicherheitsverfechter und Anwälte, der Gleichmacher und Lifestylisten – so sehr man es auch versucht.
Träumt und findet, was geschaffen wurde –
Träumt und sucht
und schafft Neues.

Lasst Euch stören – oder nicht …

.

Facts 

Glockenbach

Wo Das Glockenbachviertel ist Teil des Bezirks Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt, offiziell zählt auch noch das Dreimühlenviertel zum Glockenbach. Grenzen: Südfriedhof, Thalkirchnerstr., Müllerstr./Fraunhoferstr., Isar.

Was

Historisch? von vielen Stadtbächen durchzogenes Gewerbe- und Wohnviertel kleiner Leute, Szeneviertel/Schwulenviertel, Künstlerviertel
Aktuell? Szeneviertel, hippes – und leider teueres – Wohn- und Ausgehviertel
Zukünftig? Luxuswohnungen und Lifestyle vertreiben Charakter, Künstler und Szene

Lieblingslocations

Essen T7, Talkirchner Str. 7
Schneewittchen, Am Glockenbach 8
Cooperativa, Jahnstrasse 35
Hey Luigi, Holster. 29
Aroma, Pestalozzistr. 24
Aus & davon Lola, Ickstattstrasse 2 a
Milla, Holzstr. 28

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Munich´s Quarters – Glockenbach

Don´t bother … So you can read it. There on the note. That note glued to that corner, hoping an fearing to be found by the one – the right. The note hoping something lost might be returned. from Felix. The unfindable.
At “Glockenbach”.
So … at Glockenbach-Quarter – just to name it precisely. And somehow exactely there it ends again with this trial of precision.
Glockenbach-Quarter.
Popping up in the inner cinema is the circle of spring-summer-flower combined with this hoppy Munich accessory in each hand, which quenches the thirst and fuels the fire –the center of this star of roads, shaded from the late classicism theater.
But: No.


more about Glockenbach

   What is and was    Where is it going    Why do things happen this way    naked facts

Because then when you are there – actual mentioned precisely – you already left the real Glockenbach-Quarter. Actually you are not there where you believed to be. So no wonder that Felix got lost lost.

But: Lets start from the beginning.

The Glockenbach-Quarter. What (it was and is), how (you find the nice spots), where (it goes), Why?

What is and was  

Once upon a time … The Isar rages and hunts and shoots its waters as side arms into the country. Flooding away the first settlements by her water masses, fights back the chains trying to tame her roaring. At first.
Tree trunk to tree trunk ropes lace a raft. The slouch in the face the rafter grasps his hook and stems against her tearing and biting and against her waves. He finds his way up the side arm, the “Westermühlbach”, in direction to that very old town of Munich, lasting in this dimensions until 1854; then the former city ended in the West – at Sendlinger Tor.
From 1476 to 1671 the rafters passing by past the foundry, pouring bells at the edge of that creek. Starting at this point of the foundry the Westermühlbach gets its new name. … Glockenbach-Quarter (Bell-creek-Quarter)
Passing the former plague cemetery – now Südfriedhof – the rafters land their wares at the »Lände« (which is now the places/street named »Am Glockenbach«). Mainly wood, which is processed and used for buildings – in the »Pechviertel« starting between Baumstrasse and Palm Street by the first settlers in the Isarvorstadt – the pitch boilers.
For millers and gardeners for scrubbers, bleachers, carpenters, raft builders, horse traders, day laborers life is floating into the city on the side arms of Isar. Again and again what is built up, the flood tears away from this settlement outside of Munich – between Glockenbach and Isar, between Müllerenstrasse / Fraunhoferstraße and actually even to Thalkirchnerstraße of the “Dreimühlenviertel”.
1806 Bavaria becomes Kingdom. Munich expands its urban area and inhaled what is found close to its gates – almost everything.
But concerning change in the Glockenbach it is postponed by the Isar. She beds her Sleeping Beauty (instead of the thorn hedge) repeatingly with flood and prevents by this density settlement.
Perhaps this sleeping beauty dreams- despite resettled industry – even more colorful. The Quarter of the “little people” offers its children space and protection – to the despised ones, the scorned, the fallen: Jews, artists, ordinary workers, prostitutes, free-thinkers.
Cultures and influences come together – around 1850 ordered by the city planning. 1874 lives the society their night and their dramas in the theater “Colosseum” at Ickstattstrasse, until 1961 the location and legend is swallowed by a purpose. In 1900 the neo-baroque architecture attracts the wealthy in the Hans-Sachs-Strasse and while strolling through the road train, it gives away even the memory of it.
The liberalization of the 1920s flooded more openness on fertile soil, setting social and sexual taboos under water. Lurches filth these floods with. Fear and terror obtain the grant rule (ca 1930). Nazism destroyed the development in the quarter, the dissenter, those people daring to have other voices politically, socially, in society – Jews, trade unionists, homosexuals. The NS transports their opponents into Dachau concentration camp – in protective custody. People die; the longing and the ideas and the other thoughts never do.
After the fire and the bombs of World War 2 company building give way for new residential buildings, affordable housing. Shelter.
Artist, freelance, Bars find their way back from the 1980s to the Glockenbach – and as before: Even those return whose lives and interests seem foreign or stigmatized to the society. The sparks of different ways of a different creation of life burn in and on the edges – the character of Glockenbach: In the old wine cellar at the Fraunhofer street Gerti sings in Schoppenstube with her guests late at night / early in the morning the night a welcome and farewell; a few meters away in an dilapidated construction Munichs future dances away their loneliness and / or new ideas and friendships into their head. The twilight of RubyBar does not judge whether the jeans was screwed, Chucks were worn instead heels, the makeup was missing. Until …

Where is it going? 

Fraunhoferstr. , München

Fraunhoferstr. , München

Of course, it happens – you get lost in Gockenbach. One weighs his possibilities, announcing papers, writing words. Someone is looking for Felix and a forgotten ring; seeking the path, which is not to be found, and ends up in a roundabout way in the social media channels, feeding the gossip.
So it is in the Glockenbachviertel: one begins. Not always – not often – do you know where it’s leading to, or wherever you want to be. You stumble and break thereby your heart. Happens. You had found a place where you could write the rules yourself – believed it. Hoped it.
Until someone says it is not enough.

Where is it going  

Until the wrecking ball booms into. The peculiarities grinding flat and smooth (Fraunhofer Schoppenstube and RubyBar) to stomp it equal where uniqueness would have urgently fit so necesseraly better – would have fit. Unadapted is replaced by one-of-a-piece-facades. A cast interchangeability appearing as luxury apartments, rinsing quickly a bunch of money into the pockets of some cold-hearted investors. The easy way.
Yet there is a the glimpse of space in the Glockenbach-Quarter – for the dreamers and other-thinkers and artists – to lose oneself in the cafes, to get lost in the shadow of trees, under the neo-baroque, under the Unadapted – to find new ways, to jump on the tamed Isar´s islands and to swing the soul in the river with the waves and to wash away all of the constraints that sets everyday.
Where is the place to dare to say there is no »Better,« but only a »different«? Future is made of sparkling ideas of courage and a will and a loving look at the scars, in which ultimately is so much more beauty.
Yet provides the Glockenbach this opportunity. A possibility which – right after centuries of creativity – resists still being constrained into the corset of investors, calculators, safety advocates and lawyers, the levelers and Life stylists – as hard as anyone tried.

Glockenbach

Dreaming and finding what was created –
Dreaming and searching
and creating new.

Don´t bother … – or (better maybe) do …

favorite locations

food/breakfast T7, Talkirchner Str. 7
Schneewittchen, Am Glockenbach 8
Cooperativa, Jahnstrasse 35
Hey Luigi, Holster. 29
Aroma, Pestalozzistr. 24
Out & about Lola, Ickstattstrasse 2 a
Milla, Holzstr. 28

Quellen: Glockenbacher.de/Wikipedia/Recherche

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