Elsewhere&Here – a poetic life

Poetry … in food … traveling … storytelling

a story behind …..

Vielleicht sieht es so aus, als wäre nichts geschehen. Vielleicht wirkt es, als würde alles weitergehen wie bisher. Ein Kiesel, der die Oberfläche eines Teiches durchbricht. Er taucht ein, geht unter, und scheinbar nur die Wellen, die er über das Wasser schickt, wissen, dass es ihn gibt. Zuweilen landet ein Stein, ein kleiner Brocken in einem Fluss. Die Strömung reißt ihn dorthin mit, wo bereits andere Steine sich angesammelt haben. Und mit einem mal ändert sich der Weg, den der Fluss nimmt.

2 Wochen Sprachurlaub in Nizza haben meinen Weg mit wunderbaren Zufällen bereichert. Ich zeige Euch die einzelnen Kiesel, die Steine, die kleinen und größeren. Stück für Stück berichte ich Euch hier davon. Wenn es euch interessiert. Wollt ihr mehr lesen? Gefällt euch die Story? Gebt mir Bescheid, schreibt mir in den Kommentaren, liked meinen Blog. Ich freue mich über eure Meinung – auch konstruktives Feedback, wenn Euch etwas nicht gefällt.

(Für meine Freunde, versuche ich auch auf Englisch zu schreiben – auch hier freue ich mich über eure Anregungen und Verbesserungen 🙂 )


Maybe it looks like nothing had happened. Maybe it looks like everything would go on like before. A pebble that breaks the surface of a pond. He plunges, sets, and apparently only the waves, he sends over the water, know that it exists. Sometimes a stone falls into a river. The flow  carries him to where other stones have already accumulated. And all at once the river changes his formerly well known path.

Two weeks language holiday in Nice have enriched my way with wonderful coincidences. I will show you the individual pebbles, stones, small and large. Piece by piece I will leave you here by my story. Read if you’re interested. Do you want to read more? Do you like the story? Let me know in the comments write to me, like my blog. I am looking forward to your opinion – even constructive feedback, if you do not like.

(For my friends, I try to write in English – I welcome your suggestions and improvements :))

 


 

Prolog – Der letzte Abend …… Last night in Nice

Frida sagte es einfach so, und all die Möglichkeiten und Wunder klangen darin mit, die man mit 19 viel deutlicher sieht, als später, wenn das Leben nüchternen scheint, weil wir nicht mehr wagen daran zu glauben. Ich war schon länger nicht mehr 19. Sie lächelte mich an. Ich umarmte sie und die Anderen, lächelte noch breiter und wischte mir ein wenig Nass von der Wange. Ein Regentropfen. Immer seltener an diesem Abend verirrte sich einer auf unsere Gesichter. Die Wasserpfützen auf den Straßen spiegelten die Sterne der Nacht, Gespräche brandeten aus den geöffneten Türen der Bars über die verlassenen Marktstände, über die Wege zu uns, begleitet von Lachen und Musik. Stimmen und Schritte irrten gelegentlich über das Pflaster von den Wenigen, die nach dem Regenguss unterwegs waren. Donnerstagabend, kurz vor Mitternacht, Nizza
Ich sah den Dreien nach – Norwegen, England, USA – dann drehte ich mich, und ich ging meinen Weg. Ich setzte den ersten Schritt, setzte weitere. In meinen Gedanken kramte ich nach Worten. Wie sollte ich die Nachricht schreiben? Richtig schreiben? Kaum einen Moment dauerte es, und meine Gedanken flatterten. Ich bemerkte die Vibration in meiner Jackentasche: Mein Handy, eine Nachricht, die ich erhielt. Ich wischte über das Display. Und ich wischte ein zweites Mal, weil es mir beim ersten Mal nicht gelang, den Code zu entsperren und die Mitteilung zu öffnen, und ich las.
Für heute beendete er seine Arbeit. Er bedauerte, dass er zu müde war, um auszugehen, obwohl dies meine letzte Nacht in Nizza sei; schrieb mir, dass er gerade noch so imstande wäre, seinen Weg nach Hause zu finden. Aber sehr gerne würde er mich noch einmal treffen – am nächsten Tag, nach der Mittagsschicht. Wenn ich denn wollte.
Mir gelang es irgendwie, mein Handy nicht fallen zu lassen. Ich focht mit mir selbst, suchte, wollte dringend in mir dieses bisschen an Mut finden, von dem ich glaubte zu wissen, dass es irgendwo sein musste – versteckt, doch vorhanden.
Meine Finger zwang ich die Tasten zu treffen und Buchstaben, Wörter, Sätze zu tippen. Ich formte die Frage, drückte auf „senden“, wartete. Und weiter ging ich ein paar Schritte auf meinem Weg. Unmöglich meine Augen vom Display zu lösen. Ich hoffte, harrte, bangte. Sekunden krochen dahin. Ich überprüfte die Systemeinstellungen, aktualisierte den Mitteilungseingang. Von Lautlos stellte ich auf Ton. Und zurück. Und zurück. Und lauter. Mein Herz setzte beinahe aus – mehr der Lautstärke des Ping geschuldet, das die Nachtstille zu sprengen schien und vermutlich die Bewohner der umliegenden Wohnungen aus ihren Träumen schreckte. Mein Handy vibrierte und Buchstaben leuchteten auf dem Screen. Ich las und ließ das Handy zurück in meine Tasche gleiten. Immer und immer wieder kreisten die Worte der Nachricht in meinem Kopf. Meine Haltung straffte sich, meine Schritte wurden schneller. Ich hörte bereits die Tram, ehe ich sie sah; die Tram, die mich nach Hause bringen würde, vielmehr: zu meiner Gastfamilie.
Doch es war zu spät, zu spät für die Tram. Ich konnte kaum das Lächeln auf meinem Gesicht unterdrücken, als ich bemerkte, dass ich erneut eine Nachricht erhielt. Meine Finger fischten und forschten in meiner Tasche nach dem Gerät und bekamen es nicht zu fassen. Mein Bauch füllte sich mit tausenden von Schmetterlingen, und meine Beine bestanden auf einmal nicht mehr aus Knochen, aus Muskeln, aus Fleisch – nur Gelee schien übrig, als ich weiterstrebte durch die kleinen Gässchen mit ihren Laternen, vorbei an Fassaden, in warmes Orange getaucht, durch Straßen auf denen Licht tanzte und schwankte und zitterte, ein bisschen wie ich. Und in all dem spürte ich diese Ruhe, in mir die Stille, und alles erfüllte mich mit der Wärme und dem Wissen, dass es richtig ist, so wie es ist; mit dem Wissen, dass es so sein muss. Es gelang mir mein Handy hervor zu zerren, die Buchstaben zu erkennen, die Wörter und deren Bedeutung. „Ja“, war seine Antwort. Und in dem Moment tauchten diese Worte  in meinen Gedanken auf, und ich war froh, dass Frida sie ausgesprochen hatte.

1. Tür auf!

 

So endet es also. Irgendwie. Das jedenfalls sind meine Gedanken. Doch wie hatte es angefangen? Mh. Die Anfänge. Waren es nur jene wenigen Momente, diese Tage im Herbst, diese beinah-zwei-Wochen in Nizza? Begann es früher?
Vielleicht … ein wenig zuvor.
Ja, ich bin mir sicher, dass es etwas früher begann in jenem Jahr; im Frühling, zu der Zeit, in der Neues beginnt. Es gab da diesen Moment. Einen Augenblick, in dem ich jemanden sah. Ich glaubte, jemanden zu sehen.
Ohne mich seitlich drehen zu müssen, war ich durch den Gang gelangt, der die beiden Tischreihen des Lokals teilte. Dann stand ich dort, meinen Arm gegen das Holz des Tresens gedrückt, blickte über die Köpfe der Gäste hinweg, blickte über die Tische mit den Platten dampfender äthiopischer Köstlichkeiten, angerichtet auf gesäuerten Fladen, auf die Eingangstür.
Ich war zu früh. Meine Blick flog durch den Raum, über die Holzmasken und Bilder an den Wänden, die ablenken sollten von den Klinkerpflastern des Bodens und der Enge, folgte der Gastgeberin. Mit diesem Lächeln, das genügen würde den Raum zu heizen, nahm sie den Gang für sich ein, so wie die Herzen ihrer Gäste. Sie verteilte die gefüllten Platten mit den typisch Hauben, die das Essen warm hielten, sammelte ein, was leer war, kassierte, plauschte, verabschiedete, begrüßte.
Die Tür ging auf. An den nächsten – den einzig noch freien – Tisch für zwei setze sich das Pärchen. War es warm hier, oder war nur mir warm? Ich zerrte mein Handy aus der Jackentasche und schielte auf die Zeit. Noch einmal öffnete sich die Tür. Ich erinnere mich an den Gedanken, der mir als erstes in den Sinn kam. Ich sah, wie sein Blick die Tische streifte, beiläufig. Tisch für Tisch schritt er weiter durch den Gang, und ich sah ihm zu, gebannt, gespannt. Wann würde er seine Aufmerksamkeit zu einem anderen Punkt richten, zum Tresen, zu mir. Perfekt, dachte ich. Meine Augen fixierten kurz das große Fenster neben der Eingangstür und die Dunkelheit, die, wie so vieles, außerhalb lag. Nur Schemen waren noch davon zu erkennen, dass das Jahr erblühte, sich schälte aus der vertrockneten Hülse, nach einer Zeit, nach einem Jahr reich an Freude – und beinah noch reicher an Schmerz.
In diesem Augenblick entfaltete sich eben dieses Wort in meinen Gedanken: Perfekt. Aber vielleicht war es einfach nur der perfekte Schmerz. So war es in diesem Moment. Und ich denke, es war Teil dessen, wie es begann, einer der ersten Schritte auf meinem Weg nach Nizza, zum Beginn dieser Geschichte. Und so erzähle ich sie.

Sollte ich dies in einer bestimmten Reihenfolge tun? Nur – was ist die beste Reihenfolge dafür? Die logische, chronologische, geradlinige Ordnung? Die Rückblende? Oder vielleicht – in diesem speziellen Fall: meine Ordnung? In einer Weise, die sich nicht an einer Geraden misst?
Vielleicht ist dies ungewohnt. Aber ist es nicht so oft das Leben selbst, das einfach geschieht – selten geradlinig und klar.
Nun gut – zumindest eine gewisse Ordnung: Der Anfang zu Beginn.     Ich.
Wer also ist es denn, der hier mit den Buchstaben kämpft – vielleicht besser den Typen – den Wörtern, Sätzen, der Geschichte; dieser Jemand, der versucht Worte, wie Leser zu fesseln, die Geschichte zu zähmen?

 

 

 

 

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